Atlas kognitiver Verzerrungen

Verlustaversion

Auf Englisch: Loss aversion

Die Neigung, den Schmerz eines Verlusts stärker zu empfinden als die Freude über einen gleich großen Gewinn. 50 € zu verlieren, fühlt sich meist schlimmer an, als es sich gut anfühlt, 50 € zu finden.

Im Alltag

Beim Einkaufen zieht „Vermeide 5 € Gebühr“ oft stärker als „Erhalte 5 € Rabatt“, obwohl es um dasselbe Geld geht.

Du lehnst eine Wette auf einen Münzwurf ab, bei der du bei Kopf 120 € gewinnst und bei Zahl 100 € verlierst, weil der Gedanke an die verlorenen 100 € schwerer wiegt als der größere Gewinn.

Warum dein Kopf das tut

Was wir anfangen, auch zu beenden, ist meist eine gute Strategie: Ein Gehirn, das bei jedem Hindernis aufgäbe, würde nie etwas fertig bekommen. Dass wir schätzen, was wir schon haben, was wir aufgebaut und wofür wir gearbeitet haben, hält uns bei der Stange und schützt unsere Ressourcen. Ein Verlust kann mehr schmerzen, als ein gleich großer Gewinn uns nützt, also ergibt Vorsicht bei Verlusten oft Sinn.

Woran du es erkennst

Frag dich, ob du ein gutes Angebot nur deshalb ablehnst, weil du dabei womöglich etwas hergeben musst.

Was dagegen hilft

Formuliere die Entscheidung auf beide Arten, einmal als Gewinn und einmal als Verlust, und schau, ob sich deine Antwort ändert.

Was dagegen hilft

  • Geh auf Abstand zur Entscheidung

    Schlaf eine Nacht darüber, oder frag dich, was du einem Freund in derselben Lage sagen würdest. Starke Gefühle und Zeitdruck drängen dich zu vorschnellen Urteilen, dem Nährboden vieler Verzerrungen.

Gleiche Familie: Begonnenes beenden

QuellenKahneman & Tversky (1979)Wikipedia

Atlas kognitiver Verzerrungen

Kognitive Verzerrung · Begonnenes beenden

Verlustaversion

Die Neigung, den Schmerz eines Verlusts stärker zu empfinden als die Freude über einen gleich großen Gewinn. 50 € zu verlieren, fühlt sich meist schlimmer an, als es sich gut anfühlt, 50 € zu finden.