Teleskopeffekt
Auf Englisch: Telescoping effect
Beim Teleskopeffekt ordnet man Ereignisse zeitlich falsch ein: Lange Zurückliegendes scheint näher, als es ist, und Jüngeres scheint weiter zurückzuliegen. Dieser Gedächtnisfehler kann Umfragen und die eigene Lebenschronik verzerren.
Im Alltag
Gefragt, wann sie zuletzt beim Zahnarzt war, sagt Julia „vor etwa einem Jahr“, doch ihr Bonusheft zeigt, dass es fast drei Jahre her ist.
Du erzählst einer Freundin, eine berühmte Promi-Hochzeit sei „vor ein paar Jahren“ gewesen, und sie zeigt dir, dass es in Wahrheit acht Jahre her ist.
Warum dein Kopf das tut
Sich Vergangenheit und Zukunft vorzustellen, ist schwer, also nimmt das Gehirn die Gegenwart als Schablone. Anzunehmen, dass alles ungefähr so bleibt, wie es ist, ist eine schnelle und meist brauchbare Richtschnur. Und wer Ereignisse im Nachhinein deutet, kann daraus lernen und hat das Gefühl, die Dinge im Griff zu haben.
Die Familie in 30 Sekunden: Von sich ausgehen
Woran du es erkennst
Frag dich, ob du einen Beleg mit Datum hast oder nur danach gehst, wie lebendig sich die Erinnerung anfühlt.
Was dagegen hilft
Verknüpfe Daten mit festen Wegmarken wie einem Umzug, einem Geburtstag oder einem Jobwechsel, oder schau in deinen Kalender und deine Fotos.
Gleiche Familie: Von sich ausgehen
QuellenNeter & Waksberg (1964)·Wikipedia