Niedergangsdenken
Auf Englisch: Declinism
Niedergangsdenken ist der Glaube, eine Gesellschaft oder Institution werde stetig schlechter. Es entsteht oft, wenn man eine verklärte Erinnerung an früher mit den Problemen der Gegenwart vergleicht.
Im Alltag
Ein älterer Nachbar beharrt darauf, dass die Kinder heute keine Manieren mehr haben und früher alles besser war. Genau so klagen Menschen schon seit Jahrhunderten über die Jugend.
Beim Scrollen durch die Nachrichten sagst du zu einer Freundin, die Welt gehe vor die Hunde und als du klein warst, sei alles sicherer und vernünftiger gewesen. Dabei hast du dir nie Langzeitdaten angesehen.
Warum dein Kopf das tut
Sich Vergangenheit und Zukunft vorzustellen, ist schwer, also nimmt das Gehirn die Gegenwart als Schablone. Anzunehmen, dass alles ungefähr so bleibt, wie es ist, ist eine schnelle und meist brauchbare Richtschnur. Und wer Ereignisse im Nachhinein deutet, kann daraus lernen und hat das Gefühl, die Dinge im Griff zu haben.
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Woran du es erkennst
Frag dich, ob du die Gegenwart mit der echten Vergangenheit vergleichst oder mit einer verklärten Erinnerung daran.
Was dagegen hilft
Schau dir Langzeitdaten zum Thema an, etwa Zahlen zu Kriminalität oder Gesundheit über mehrere Jahrzehnte, bevor du schließt, dass alles schlechter wird.