Fortschrittsglaube
Auf Englisch: Pro-innovation bias
Der Fortschrittsglaube ist die Überzeugung, eine neue Technologie oder Idee solle überall eingeführt werden, ohne dass jemand ihre Grenzen oder Nachteile prüft. Ihre Befürworter überschätzen ihren Nutzen und unterschätzen ihre Probleme.
Die Idee stammt aus der Kritik des Soziologen Everett Rogers an der Forschung zur Verbreitung von Innovationen, nicht aus Experimenten. Daher gibt es kaum direkte Belege dafür, wie stark oder verbreitet sie ist.
Im Alltag
Eine Schule kauft jedem Kind ein Tablet, bevor sie prüft, ob die Geräte das Lernen verbessern oder vor allem ablenken.
Du bist von einem neuen smarten Türschloss so begeistert, dass du es an jeder Tür deines Hauses einbaust, ohne je darüber nachzudenken, was passiert, wenn die Batterie leer ist oder die App ausfällt.
Warum dein Kopf das tut
Sich Vergangenheit und Zukunft vorzustellen, ist schwer, also nimmt das Gehirn die Gegenwart als Schablone. Anzunehmen, dass alles ungefähr so bleibt, wie es ist, ist eine schnelle und meist brauchbare Richtschnur. Und wer Ereignisse im Nachhinein deutet, kann daraus lernen und hat das Gefühl, die Dinge im Griff zu haben.
Die Familie in 30 Sekunden: Von sich ausgehen
Woran du es erkennst
Frag dich, welche Nachteile, Kosten und Schwachstellen die neue Sache hat und wer sie getestet hat.
Was dagegen hilft
Probier die neue Idee im Kleinen aus und miss die Ergebnisse, bevor du sie überall einführst.
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QuellenWikipedia·Abrahamson (1991)