Verblassender Affekt
Auf Englisch: Fading affect bias
Mit der Zeit verblassen die Gefühle, die an unangenehmen Erinnerungen hängen, schneller als die an angenehmen. Das hilft uns, Dinge zu verarbeiten und nach vorn zu schauen, kann vergangene schwere Zeiten aber milder erscheinen lassen, als sie wirklich waren.
Im Alltag
Ein Jahr nach einer schmerzhaften Trennung kannst du gelassen darüber sprechen, während dich eine schöne Reise aus demselben Jahr immer noch zum Lächeln bringt.
Du meldest dich für einen zweiten Marathon an, weil sich die Qual der letzten Kilometer beim ersten Mal inzwischen weit weg anfühlt, während das Hochgefühl beim Zieleinlauf noch ganz frisch ist.
Warum dein Kopf das tut
Wir könnten unmöglich die Einzelheiten jedes Menschen und jedes Ereignisses speichern, dem wir begegnen. Deshalb dampft das Gehirn Erfahrungen zu Kategorien und groben Zusammenfassungen ein. Mit ihnen können wir mit wenig Aufwand schnelle Vermutungen über neue Menschen und Situationen anstellen. Dass wir schlechte Erfahrungen festhalten, während alter Schmerz nachlässt, half uns außerdem, aus Gefahren zu lernen, ohne an ihnen zu zerbrechen.
Die Familie in 30 Sekunden: Verallgemeinern
Woran du es erkennst
Achte darauf, wenn du auf eine harte Zeit zurückblickst und „So schlimm war’s gar nicht“ denkst, gerade während du entscheidest, ob du sie wiederholst.
Was dagegen hilft
Bevor du eine Entscheidung wiederholst, die dir beim letzten Mal wehgetan hat, lies nach, was du damals mittendrin notiert hast.