Effekt der vertrauten Strecke
Auf Englisch: Well-traveled road effect
Beim Effekt der vertrauten Strecke unterschätzt man, wie lange man für bekannte Wege braucht, und überschätzt die Dauer unbekannter. Eine Vermutung: Vertraute Wege fühlen sich kürzer an, weil sie weniger Aufmerksamkeit erfordern.
Diese Idee stammt aus populären Listen von Verzerrungen, nicht aus veröffentlichter Forschung, und direkte Belege dafür gibt es kaum.
Im Alltag
Lukas plant für die Fahrt zur Arbeit immer 15 Minuten ein, braucht aber regelmäßig 25. Zu einem neuen Laden, der genauso weit entfernt ist, fährt er dagegen viel zu früh los.
Zu deinem wöchentlichen Kurs kommst du immer ein paar Minuten zu spät, weil du den gewohnten Fußweg für kürzer hältst, als er ist. Zu einer Party am anderen Ende der Stadt, an einem Ort, an dem du noch nie warst, brichst du dagegen absurd früh auf.
Warum dein Kopf das tut
Menschen und Dingen zu vertrauen, die wir kennen, ist meist sicher: Vertrautheit heißt, dass wir schon mit ihnen zu tun hatten, ohne Schaden zu nehmen. Die eigene Gruppe zu bevorzugen, half unseren Vorfahren, mit den Menschen zusammenzuarbeiten, auf die sie angewiesen waren. Und wer mag, was nah und bekannt ist, spart sich die Mühe, alles von Grund auf neu zu beurteilen.
Die Familie in 30 Sekunden: Vertrautes ist besser
Woran du es erkennst
Frag dich, ob du für diesen vertrauten Weg oder diese Aufgabe je wirklich die Zeit gestoppt hast.
Was dagegen hilft
Stopp einmal die Zeit für deine üblichen Wege und plane mit dem gemessenen Wert statt mit deinem Bauchgefühl.
Gleiche Familie: Vertrautes ist besser
QuelleWikipedia