Unterlassungseffekt
Auf Englisch: Omission bias
Die Neigung, schädliches Handeln schlimmer zu finden als ein ebenso schädliches Nichthandeln. Schaden, der entsteht, weil wir nichts tun, fühlt sich weniger nach unserer Schuld an, selbst wenn das Ergebnis gleich oder schlimmer ist.
Im Alltag
Manche Eltern lassen ihr Kind nicht impfen, weil sie sich eine seltene Nebenwirkung selbst zuschreiben würden, auch wenn die Krankheit selbst das größere Risiko ist.
Du würdest dich schrecklich fühlen, wenn du einer Freundin zur Kündigung geraten hättest und es schiefginge. Aber nichts zu sagen, während sie in einem Job bleibt, der sie sichtlich zermürbt, findest du in Ordnung.
Warum dein Kopf das tut
Wir nehmen weit mehr auf, als wir verarbeiten können. Deshalb nutzt das Gehirn das, was im Gedächtnis gerade aktiv ist, als Filter. Was uns kürzlich, häufig oder mit starken Gefühlen begegnet ist, wird wahrscheinlich wieder wichtig, und es nach vorn zu holen, spart Zeit und Mühe.
Die Familie in 30 Sekunden: Priming und Wiederholung
Woran du es erkennst
Frag dich, ob Nichtstun hier wirklich sicherer ist oder sich nur weniger nach Schuld anfühlt.
Was dagegen hilft
Schreib die wahrscheinlichen Folgen von Handeln und Nichthandeln nebeneinander auf und beurteile sie allein nach dem Ergebnis.
Gleiche Familie: Priming und Wiederholung
QuellenRitov & Baron (1990)·Wikipedia