Systemrechtfertigung
Auf Englisch: System justification
Die Neigung, die bestehende gesellschaftliche, wirtschaftliche oder politische Ordnung zu verteidigen und zu rechtfertigen, selbst wenn sie unseren eigenen Interessen schadet. Sie lässt das aktuelle System gerecht und natürlich erscheinen.
In der Forschung ist noch umstritten, was diese Neigung antreibt und wie verbreitet sie bei Menschen ist, die vom System ungerecht behandelt werden.
Im Alltag
Die Beschäftigten einer Firma mit einem unfairen Beförderungssystem beteuern, es belohne Leistung, während sie zusehen, wie es sie selbst übergeht.
Die Notenregeln deiner Schule benachteiligen eindeutig alle, die nach dem Unterricht jobben, auch dich. Trotzdem hältst du die Regeln für fair und findest, wer sich beschwert, sucht nur Ausreden.
Warum dein Kopf das tut
Unsere Wahlfreiheit und unser Ansehen in der Gruppe zu bewahren, schützt uns davor, ausgenutzt oder ausgestoßen zu werden. Bei dem zu bleiben, was schon funktioniert, und Entscheidungen zu meiden, die sich nicht rückgängig machen lassen, begrenzt den Schaden einer Fehlentscheidung. Diese Gewohnheiten halfen Menschen wohl, in kleinen Gruppen zurechtzukommen, in denen ein Statusverlust oder ein teurer Fehler ernste Folgen haben konnte.
Die Familie in 30 Sekunden: Autonomie und Status
Woran du es erkennst
Frag dich, ob du eine Regel verteidigst, weil sie gerecht ist, oder weil sie vertraut ist und nun mal gilt.
Was dagegen hilft
Stell dir vor, du entwirfst das System von Grund auf, ohne zu wissen, welche Rolle du darin bekommst, und vergleiche es mit dem jetzigen.
Gleiche Familie: Autonomie und Status
QuellenJost & Banaji (1994)·Wikipedia