Suggestibilität
Auf Englisch: Suggestibility
Wir neigen dazu, Vorstellungen zu übernehmen, die andere uns nahelegen, etwa versteckte Hinweise in Suggestivfragen, und erinnern uns später daran, als wären sie Teil des tatsächlichen Geschehens. Kleine Kinder sind dafür besonders anfällig.
Im Alltag
Deine Ärztin fragt: „Nach dem Essen werden die Schmerzen schlimmer, oder?“ Und plötzlich erinnerst du dich, dass es so ist, obwohl dir das vorher nie aufgefallen war.
Deine Chefin fragt: „Die Kundin klang am Telefon ziemlich verärgert, oder?“ Seitdem hast du sie als feindselig in Erinnerung, obwohl sie dir während des Gesprächs ruhig vorkam.
Warum dein Kopf das tut
Jedes Mal, wenn wir uns an etwas erinnern, setzt das Gedächtnis die Erinnerung neu zusammen. Dadurch können wir unser Wissen mit neuen Informationen auf den aktuellen Stand bringen. Zugleich wird eine Erinnerung jedes Mal fester, wenn wir sie hervorholen, und so ist das, worauf wir oft zurückkommen, am leichtesten greifbar. Unser Wissen bleibt dadurch aktuell, ohne dass wir von jedem Ereignis jede Fassung aufbewahren müssen.
Die Familie in 30 Sekunden: Bearbeitete Erinnerungen
Woran du es erkennst
Achte auf Fragen, in denen die Antwort schon steckt, etwa „War es nicht …?“ oder „Hat er nicht …?“
Was dagegen hilft
Wenn dir jemand eine Suggestivfrage stellt, formuliere sie im Kopf neutral um, etwa zu „Wie klang sie?“, bevor du antwortest.
Gleiche Familie: Bearbeitete Erinnerungen
QuellenCeci & Bruck (1993)·Wikipedia