Glaube an eine gerechte Welt
Auch bekannt als Gerechte-Welt-Fehlschluss
Auf Englisch: Just-world hypothesis
Der Glaube an eine gerechte Welt ist die Überzeugung, die Welt sei fair und die Menschen bekämen im Großen und Ganzen, was sie verdienen. Er verleitet uns, Opfern die Schuld an ihrem Unglück zu geben und anzunehmen, dass erfolgreiche Menschen sich alles, was sie haben, selbst verdient haben.
Im Alltag
Bei der Nachricht, dass jemand auf dem Heimweg ausgeraubt wurde, denkt eine Zuhörerin als Erstes, das Opfer sei wohl unvorsichtig gewesen.
Als deine Nachbarin bei einer großen Entlassungswelle ihren Job verliert, nimmst du insgeheim an, dass sie wohl keine gute Arbeit gemacht hat, denn gute Leute werden ja nicht entlassen.
Warum dein Kopf das tut
Über einen Menschen oder eine Situation wissen wir selten alles, also füllt das Gehirn die Lücken mit dem, was für ähnliche Fälle meist zutrifft. Sich auf Kategorien, Faustregeln und vertrauenswürdige Quellen zu verlassen, spart enorm viel Zeit und Mühe. Die längste Zeit der Menschheitsgeschichte war es eine sichere Wahl, der Gruppe zu folgen und erfahrenen Älteren zu vertrauen.
Die Familie in 30 Sekunden: Stereotype
Woran du es erkennst
Achte darauf, ob du beim Pech anderer als Erstes danach suchst, was sie falsch gemacht haben.
Was dagegen hilft
Zähl auf, was außerhalb der Kontrolle der Person lag, bevor du urteilst, ob sie verdient hat, was ihr passiert ist.
Gleiche Familie: Stereotype
QuellenLerner & Simmons (1966)·Wikipedia